Voraussetzungen für die Umsetzung der UN‐BRK im Schulsystem schaffen


Pressemitteilung des LER Sachsen vom 05.01.2012

Aufbauend auf den Diskussionen und Ergebnissen der Gesprächsrunden der thematischen Tagung vom 26.11.2011 fordert der Landeselternrat in Sachsen die Voraussetzungen für die Umsetzung der seit 2009 in Sachsen gültigen UN‐ehindertenrechtskonvention (UN‐BRK) im Schulsystem zu schaffen.
 
Folgende Aspekte sind dabei vorrangig zu berücksichtigen:
  • Inklusion ist nur mit genügend Personal umsetzbar. Auch deshalb sind sofort wirksame Schritte gegen den sich abzeichnenden Lehrermangel notwendig – wobei es darum gehen muss, pädagogisch befähigten und motivierten Nachwuchs zu gewinnen.
  • Um sich dem Ziel der Inklusion annähern zu können, müssen möglichst bald alle Lehrer über sonderpädagogisches Basiswissen verfügen; dieses ist daher in das verpflichtende Curriculum für alle Lehramtsstudenten aufzunehmen.
  • Darüber hinaus sind alle Schulen zu verpflichten, im Fortbildungskonzept wie im Schulprogramm das Ziel der Inklusion allgemein und speziell die häufigsten Entwicklungsbesonderheiten bei Schülern (AD(H)S, Dyskalkulie, LRS und Hochbegabung) angemessen zu berücksichtigen.
  • Ein Umsteuern in Richtung Inklusion wird nur möglich sein, wenn ein
  • Fortbildungsprogramm zum Thema Inklusion für alle, die an den Schaltstellen im Schulbildungssystem sitzen, zur Pflicht wird.
  • Inklusion erfordert geeignete räumliche und sächliche Rahmenbedingungen in den Schulen. Diese sind schnellstmöglichst zu schaffen. Gegebenenfalls müssen Kommunen mit wachsenden Schülerzahlen dabei Unterstützung durch das Land erhalten.
  • Lernzieldifferenz ist sofort per Gesetzesanpassung auch in der Sekundarstufe zu ermöglichen; den Schulen ist die notwendige Unterstützung dafür zu gewährleisten.Lernzieldifferenz ist sofort per Gesetzesanpassung auch in der Sekundarstufe zu ermöglichen; den Schulen ist die notwendige Unterstützung dafür zu gewährleisten.
Der Landeselternrat erwartet, dass zeitnah ein Aktionsprogramm erarbeitet wird und dass die angeführten Forderungen im nächsten Haushalt sowie in den schon in Planung befindlichen gesetzlichen Änderungen, z. B. in der neuen Verordnung für die Lehrerausbildung, ihren Niederschlag finden.
 
Bei Fragen zu dieser Pressemitteilung wenden Sie sich bitte an
Dr. Astrid Grüttner
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