Gemeinsame Erklärung des Landeselternrates und der
Kreiselternräte zur Lehrerversorgung an Sachsens Schulen

LER Pressemitteilung vom 20.02.2012

Der LER Sachsen und die Kreiselternräte begrüßen, dass die unzureichende Lehrerversorgung an Sachsens Schulen nunmehr in der öffentlichen Diskussion und in der Diskussion der politisch Verantwortlichen angekommen ist. Seit Jahren haben nicht nur Sachsens Elternvertretungen vor der nun eingetretenen und sich in Zukunft weiter verschärfenden Situation gewarnt. Ignoranz und das Beschönigen der Situation durch die politisch Verantwortlichen haben dazu geführt, dass die nun einzuleitenden Schritte spät, oft zu spät, greifen und die akute Situation nicht verbessern.
 
Das durch die sächsische CDU und FDP entworfene und verabschiedete Bildungspaket soll Sachsens Bildungssystem auch bezüglich der Lehrerausstattung zukunftsfähig und stabil machen. Der LER Sachsen und die Kreiselternräte kritisieren dieses Paket als unzureichend und realitätsfern.
 
Wir fordern das SMK und den Sächsischen Landtag auf, das Bildungspaket zu überarbeiten und den tatsächlichen Erfordernissen anzupassen. Nutzen Sie Haushaltsverhandlungen in 2012, um die dafür notwendigen finanziellen Mittel zu erwirken!
 
Insbesondere mahnen wir die Berücksichtigung folgender Punkte an:
  1. Die Planung der einzustellenden Lehrer muss sich am tatsächlichen Bedarf orientieren. Aktuelle Planungen kommen einem effektiven Stellenabbau gleich. Hinsichtlich steigender Schülerzahlen müssen die aktuellen Prognosen berücksichtigt werden.
  2. Bei der Planung der einzustellenden Lehrer muss der Bedarf der jeweiligen Schulart und die benötigte Fachspezifik berücksichtigt werden. Hierfür sind rechtliche Grundlagen zu schaffen, die das Einstellen von Lehrern entsprechend der benötigten Fachspezifik erlauben.
  3. Der Altersdurchschnitt der Lehrer muss durch Planung zusätzlicher Lehrerstellen berücksichtigt werden, da nur so der bereits existierende und der weiterhin zu erwartende, krankheitsbedingte Unterrichtsausfall fachgerecht kompensiert werden kann.
  4. Die Attraktivität des Lehrerberufs im Allgemeinen, besonders aber für Grundschulen und Mittelschulen sowie sonderpädagogische Lehrerberufe muss deutlich erhöht werden, damit sich Studienanfänger für Studienrichtungen entscheiden, für die ein tatsächlicher Bedarf besteht.
  5. Die Lehrerausbildung sollte derart angepasst werden, dass ein flexibler und kompetenter Einsatz von Lehrern einer Schulart in anderen Schularten möglich wird.
  6. Bei der Verringerung von Lehrerabordnungen mit dem Ziel, mehr Lehrer für den Unterricht einsetzen zu können, muss dringend darauf geachtet werden, dass dies keine Abordnungen betrifft, die für die schulische Qualität relevant sind. Beispielhaft genannt seien hier Stellen des SBI, die für das Qualitätsmanagement und für Lehrerfortbildungen verantwortlich sind.

Der LER Sachsen und die Kreiselternräte Sachsens wenden sich mit Nachdruck an Politik und Verwaltung nun endlich Voraussetzungen zu schaffen, die es ermöglichen den hohen Anforderungen an das sächsische Bildungssystem gerecht zu werden.

Andreas Hellner
Vorsitzender LER Sachsen
René Krauß
für die KERs Sachsen

Pressemitteilung zum Download:120220_Lehrerversorgung.pdf


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