Bundeselternrat: Vom Kooperationsverbot zum Kooperationsgebot

Der Bundeselternrat setzt sich für länderübergreifend einheitliche Rahmenbedingungen im Bildungswesen ein. Die negativen Auswirkungen des Bildungsföderalismus müssen überwunden werden, damit Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland die gleichen Chancen auf eine Berufsausbildung und/oder einen Studienplatz haben. Der Wechsel an eine Schule in einem anderen Bundesland muss gewährleistet sein. (Quelle: Leitbild des Bundeselternrats)

Der Bundeselternrat fordert Bund, Länder und Kommunen zur Zusammenarbeit bei der Bildung auf. Bundesweit verpflichtende Bildungsstandards für die frühkindliche Bildung, für Schulstufen und Abschlüsse, für die Auswahl und Ausbildung des pädagogischen Personals, für die Ausbildung von Schulleitungen und für die qualifizierte Elternarbeit müssen Vergleichbarkeit und damit Bildungsgerechtigkeit garantieren.

Die Länder müssen sich dazu verpflichten, die Beschlüsse der Kultusministerkonferenz umzusetzen und dafür einen belastbaren Zeitplan vorlegen. Eine unabhängige, länderübergreifende Institution soll den Umsetzungsprozess überwachen und steuern.

Bildungsgerechtigkeit braucht wirksame personelle und materielle Ausstattung. Bildungschancen dürfen ebenso wenig vom Einkommen der Familie abhängen wie vom Wohnort oder Bundesland. Die aufnehmende Schule muss dafür sorgen, dass Kindern beim Wechsel der Schule keine Nachteile entstehen. Die Schule stellt durch geeignete Fördermaßnahmen sicher, dass die Kinder den gleichen Lernstand erreichen. Jedes Kind muss darauf einen Rechtsanspruch haben. Die Schulkarriere darf nicht dadurch gebremst werden, dass eine Fremdsprache fehlt oder die Naturwissenschaften in unterschiedlichen Jahrgangsstufen unterrichtet werden.

Gerechtigkeit ist zuallererst Gerechtigkeit in der Bildung, denn Bildung steht für Lebenschancen.

Der Bundeselternrat fordert:
Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam die Verantwortung dafür übernehmen, dass Bildung und Ausbildung in ganz Deutschland vergleichbar sind.

Potsdam, 25. November 2012

Resolution der BER Herbstplenartagung zum Thema: „Föderalismus in der Bildungspolitik“

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