Kurth und Kupfer wollen Schulen im Ländlichen Raum erhalten

Dresden, 20.09.2013

Gemeinsame Medieninformation
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
 
Kultusministerin Brunhild Kurth sowie Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer sprechen sich für den Erhalt von Schulen im Ländlichen Raum aus. Dazu legten die beiden Minister heute in Dresden ein Konzept vor, mit dem Schulstandorte trotz rückläufiger Schülerzahlen gesichert werden sollen. Einige der darin vorgeschlagenen Maßnahmen setzen eine Änderung des Sächsischen Schulgesetzes voraus. Bis zum Inkrafttreten einer solchen Gesetzesänderung schlagen die Minister ein Moratorium gegen neue Mitwirkungsentzugsverfahren bei Grund- und Oberschulen vor. Beschlossene und rechtskräftige Mitwirkungsentzüge bleiben davon unberührt.

»Weitere Schließungen von Schulen können nicht mehr die Antwort sein auf sinkende Schülerzahlen im Ländlichen Raum. Wir müssen neue Wege gehen, um den demografischen Wandel in ländlichen Regionen zu gestalten. Gute Bildung darf sich zukünftig nicht nur auf die die großen Städte beschränken, sondern muss es in ganz Sachsen geben«, sagte Kultusministerin Brunhild Kurth.

»Unser gemeinsames Ziel ist ein lebendiger, lebenswerter Ländlicher Raum«, betonte Landwirtschaftsminister Frank Kupfer. »Ich will, dass die Menschen dort weiterhin genauso gern und gut leben wie in den Ballungsräumen«. Ein wohnortnahes Schulangebot sei nicht nur für Familien ein berechtigter Wunsch. »Auch für Unternehmen ist die vorhandene Schule ein Standortvorteil, wenn es um die Suche nach Fachkräften geht.«

Mit dem Maßnahmenkonzept reagieren die beiden Minister auf die demografische Entwicklung im Ländlichen Raum. Zwar werden die Schülerzahlen insgesamt in Sachsen wieder steigen. Doch von dieser Entwicklung werden fast ausschließlich die Ballungszentren profitieren. »Im Ländlichen Raum hingegen und vor allem in den grenznahen Regionen des Freistaates werden die Schülerzahlen weiter zurückgehen. Grund- und Oberschulen werden in erster Linie davon betroffen sein«, stellen die beiden Minister in ihrem Konzept fest.

Um Grundschulen zu erhalten, schlagen Kurth und Kupfer jahrgangsübergreifenden Unterricht vor. Dieser sei zunächst in den Klassenstufen eins und zwei sowie drei und vier vorstellbar und mit dem derzeit geltenden Schulgesetz möglich. Für den jahrgangsübergreifenden Unterricht werde das Kultusministerium einen Leitfaden erstellen, um die Lehrerinnen und Lehrer bei der Erstellung der pädagogischen Konzepte zu unterstützen.

Darüber hinaus sollten die Kommunen häufiger als bisher bei der Bildung von Schulbezirken kooperieren. So könnten die gesetzlich geforderten Mindestschülerzahlen erreicht und damit Grundschulstandorte gesichert werden. Gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden müsse deutlicher über die Vorteile der interkommunalen Zusammenarbeit aufgeklärt werden.

Um Oberschulstandorte zu erhalten, schlagen die Minister die Möglichkeit von einzügigen Oberschulen vor. Bisher sieht das Schulgesetz Klassenstufen mit mindestens zwei Klassen und 40 Schülern vor. Bei einer Änderung des Schulgesetzes könnten Ausnahmetatbestände für die Abweichung von der Mindestschülerzahl zugelassen werden. In der Folge sollte die Unterrichtung auch in nur einer Klasse pro Klassenstufe möglich sein. Dieser Modellansatz führt ausschließlich zu einer Reduzierung der Wahlmöglichkeiten im Neigungskurs- und Vertiefungskursbereich. Der Kernbereich der Oberschule, auch was die äußere Differenzierung betrifft, bleibt erhalten.

Weiterhin sprechen sich die Minister für Oberschulen in Tandem aus. Bei diesem Ansatz arbeiten eine zwei- und eine einzügige Oberschule zusammen, die sich in geographischer Nähe befinden oder einen gemeinsamen Träger haben. Auch diese Variante zur Sicherung der Oberschulen im Ländlichen Raum muss schulgesetzlich verankert werden. Der einzügige Oberschulteil muss den Richtwert zur Klassenbildung und damit 25 Anmeldungen erreichen, um in diesem Schulteil bei Veränderungen der Schülerzahl nicht unter die Mindestschülerzahl zu fallen. Für den zweizügigen Oberschulstandort gelten weiterhin die bestehenden Parameter von Mindestzügigkeit und -schülerzahl.
 

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